Montag, 7. September
Noch in der Nacht stellt Oliver entsetzt fest, dass das Einchecken für unsere Fähre um 22:30 Uhr bereits um 13:30 Uhr beginnt und um 18:30 Uhr und damit vier Stunden vor Abfahrt endet. Nachdem uns am Morgen eine längere Online-Recherche nicht weiterhilft und auch der Online-Check-in – natürlich – nicht funktioniert, beschließen wir, uns um 13:30 Uhr direkt am Fährhafen zu informieren, ob die auf dem Ticket angegebenen Uhrzeiten wirklich stimmen. Wir wollen es nicht so recht glauben und außerdem wollten wir den Tag ja am Meer verbringen und abends noch gemütlich essen gehen. Es schleicht sich das Gefühl ein, dass wir uns für die falsche Fährverbindung und somit für die falsche Route entschieden haben …
Als Erstes müssen wir allerdings – mal wieder – in eine Autowerkstatt. Abgesehen davon, dass wir gerne wieder einen funktionierenden Tempomat hätten, wollen wir das Auto vor der langen Rückreise unbedingt noch durchchecken lassen, vor allem nachdem es seit ein paar Tagen immer wieder ungut klingt. Oliver hat online bereits zwei Werkstätten ganz in der Nähe ausfindig gemacht und ist schon vormittags dort – beide gibt es aber leider nicht (mehr). Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als zurück nach Nador zu fahren (obwohl unsere Tagesziele im Norden liegen), wo es eine offizielle Dacia-Werkstatt gibt – das Auto geht vor. Um Eins verlassen wir das Apartment.
Nach einer halben Stunde Fahrt …
… setzt Oliver Isa und die Kinder in Nador im Café Yuki’s Kornish ab, wo sie es sich gemütlich machen und frühstücken:
Oliver lässt in der Zwischenzeit bei einem Mechaniker in der Nähe (die »Werkstatt« ist verlassen, aber der Parkwächter kennt einen, der einen kennt …) erst einmal den Fehler zurücksetzen, so dass der Tempomat wieder funktioniert:
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In Ermangelung einer Hebebühne kann der aber dem beunruhigenden Geräusch nicht auf den Grund gehen. Dafür fährt Oliver in einen recht ambitionierten, neueren Stadtteil …
… zur Dacia-Vertretung, wird nach Beendigung der Mittagspause weitergeschickt zur etwas außerhalb der Stadt gelegenen eigentlichen Werkstatt und dort sehr freundlich bedient. Nach kurzer Wartezeit macht ein Mechaniker eine Probefahrt und schaut das Auto gründlich durch:
Er diagnostiziert ein Problem mit der Motoraufhängung, das er zwar auf die Schnelle nicht beheben kann, er versichert aber, dass wir die lange Heimfahrt risikolos antreten können.
Nachdem noch der Saharasand abgewaschen wurde, ist Oliver um halb Fünf zurück und bekommt auch endlich sein Frühstück.
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Inzwischen ist es leider klar, dass wir heute keinen Ausflug mehr an einen der Traumstrände machen werden und so spazieren wir zumindest noch ein wenig die Corniche in Nador entlang, …
… bevor wir zurück nach Beni Ensar fahren:
Dort befindet sich der Fährhafen. Wir werden gleich fachmännisch auf einen Parkplatz geleitet, …
… wo dann kurz darauf festgestellt wird, dass wir ganz dringend erst noch zum Check-in ins Gebäude der Fährgesellschaft GNV müssen:
Zurück beim Parkplatz wird uns signalisiert, dass wir hier falsch sind. Hektisch macht uns ein Hafenmitarbeiter den Weg zwischen ebenfalls wartenden Autos frei und geleitet uns zu einem anderen, ziemlich chaotischen Platz – wo wir dann erst einmal zwei Stunden »warten«. (Isa versucht noch, unsere letzten Dirham auszugeben und Abendessen und Getränke zu besorgen, aber viel gibt es in der Nähe nicht.)
Um Viertel vor Zehn haben wir es endlich durch das Nadelöhr geschafft, zahlreiche Pass- und Autokontrollen überstanden …
… und dürfen aufs Schiff, die Golden Bridge:
Nach dem Chaos im Hafen ist unsere Kabine eine positive Überraschung:
Erstaunlich geräumig und sehr sauber. Der Mehrzahl der Passagiere scheint jedoch ohne Kabine zu reisen:
Wir machen es uns im »Restaurant« gemütlich, essen Brot, Schmelzkäse, kalte ungesalzene Pommes, versalzenen Reis, trockenes Hühnchen und leckere Melone zu Abend und warten auf die für 22:30 Uhr geplante Abfahrt.
Doch auch nach Mitternacht kommen immer noch neue Passagiere an Bord. Als wir mit über zwei Stunden Verspätung endlich ablegen, liegen wir schon in unseren Betten und beobachten die Abfahrt durch unser frisch geputztes Fenster: