Donnerstag, 27. August
Am Morgen kann Olivia endlich sehen, in welchem Paradies sie hier gelandet ist:
Das Frühstück, das wir gestern wegen der Aufregung kaum wahrgenommen haben, ist jedoch für so ein prachtvolles Hotel erstaunlich mager (keine Eier, keinen frischgepressten Orangensaft, keinen Minztee, keinen Honig, kein Amlou und keinen guten Kaffee – alles eigentlich Selbstverständlichkeiten in Marokko):
Aber der Frühstücksplatz und die Gesellschaft sind wunderbar:
Heute sollte eigentlich der zweite Ruhetag für alle sein, aber die weitere Reiseplanung steht an, was gar nicht so einfach und sehr zeitraubend ist (die Möglichkeiten – auch für die Rückfahrt durch Spanien und Frankreich – sind vielfältig und die Zeit für Marokko definitiv zu kurz).
Und da gestern die Kfz-Werkstatt geschlossen hatte, macht sich Oliver heute noch einmal auf den Weg, nur um nach längerer Wartezeit zu erfahren, dass erst nächste Woche ein Termin frei ist. (Dabei hatten wir uns mehrfach – insbesondere auch von unserem Hotelmanager – versichern lassen, dass man in Marokko keine Termine vereinbart, sondern einfach hinfährt und wartet, bis man drankommt – genauso war es ja auch in Salé). Man ist nicht einmal bereit, auch nur den Fehler auszulesen und zurückzusetzen, was nur wenige Minuten dauern würde. Immerhin bekommt Oliver auf Nachfrage wenigstens eine andere Werkstatt genannt – und damit beginnt ein Abenteuer der besonderen Art.
Von der empfohlenen Werkstatt (un garagist) gibt es keinen Namen und keine Adresse, nur Koordinaten eines französischen Handys – die auf Google Maps zu einem Ort im Osten von Algerien führen. Nach langem Experimentieren (und einer schließlich rettenden KI-Beratung) stellt sich heraus, dass das O der zweiten Koordinate nicht für Osten, sondern für Ouest steht. Die Fahrt führt Oliver nun in die zone industrielle Sidi Ghanem und somit in eine andere Welt:
Auf den ersten Blick ist an dem angegebenen Ort keine Werkstatt erkennbar und Oliver lässt sich von einem hilfsbereiten jungen Mann zu Mustafa, einem Fachmann für elektrische Diagnostik leiten, dem es tatsächlich in kurzer Zeit gelingt, den Fehler zu löschen, und der das Auto nach einer schnellen Probefahrt für repariert erklärt (was genau er im Motorraum gemacht hat, ist unklar und einen Hauch beunruhigend):
Eigentlich schon auf dem Rückweg passiert Oliver noch einmal die durch die Koordinaten markierte Stelle – und wird von Mourad angehalten, der schon seit zwei Stunden auf ihn gewartet hat (weil ihn die Dacia-Werkstatt schon angekündigt hatte). Und der hat nicht nur eine richtige Werkstatt, sondern entpuppt sich als extrem netter, aufmerksamer und kompetenter Mechaniker, der das komplette Auto durchcheckt und alles Nötige in kürzester Zeit erledigt: Kontrolle des Unterbodens (sehr beruhigend nach der kürzlichen Begegnung mit einem großen Stein), neue Bremsbeläge vorne, neue Luftfilter, Auffüllen der Kühlflüssigkeit, Reinigung des Motorraums. Und als Krönung zaubert er sogar das Ersatzteil herbei, das die Werkstatt in Salé als Ursache des immer wieder auftretenden Fehlers identifiziert, aber nicht vorrätig hatte. In wenigen Minuten ist auch das montiert und zum Abschluss wird noch der Reifendruck überprüft. (Für diesen unglaublichen Service zahlt Oliver nicht einmal 130 Euro).
Eine große Erleichterung!
In der Zwischenzeit haben sich die Mädels einen schönen Tag am (und im) Pool gemacht:
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Den Abend verbringen wir gemeinsam im Hotel, spielen Frisbee und gehen baden.
In stillem Protest gegen die Preise im Hotel (und weil es auf jeder Reise mindestens einmal sein muss und wir immerhin unsere Campingausrüstung dabei haben) gibt es am Abend auf dem Balkon unsere reisetauglichen, vielfach erprobten Thunfischnudeln:
Bis spät in die Nacht feilen wir an der weiteren Reiseroute …